Perspektiven
Bin ich meiner Sucht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert?
Kann ich verändern?
Habe ich bei der Vergangenheit noch Zukunft?
Bei der Beantwortung dieser Fragen, die ich mir selbst stellen muss, ist zu bedenken, dass das Ergebnis meiner bisherigen Lebensführung Alkoholismus ist.
Zuerst ist die Frage notwendig, ob die Einschätzung meiner Lebenslage realistisch ist? Sind die Perspektiven, die ich sehe, realistisch? Die Antworten auf diese Fragen sind die Grundlagen für einen neuen Lebensentwurf, einen neuen Lebensweg.
Schritt 1
Perspektive heißt auf Deutsch = Betrachtungsweise von einem bestimmten Standpunkt aus.
Hier stellen sich folgende Fragen:
Wer betrachtet?
Von welchem Standort aus?
Auf welche Art und Weise?
Was wird betrachtet?
Schritt 2
Es ist möglich, dass ich meine Lebenslage, in der ich mich befinde, selbst realistisch einschätzen kann.
Es ist aber nicht möglich, wenn ich unter dem Einfluss von Alkohol stehe. In diesem Fall brauche ich die Beurteilung von Außerhalb. Wichtig ist, dass die Personen, die ich dazu heranziehe, nicht wollen, dass ich etwas tun soll, von dem sie annehmen, dass es gut für mich wäre.
Schritt 3
Sind die Perspektiven, die ich sehe, realistisch?
Wenn Sie sich diese Frage ernsthaft stellen, haben Sie sie eigentlich schon selbst beantwortet.
In dieser Frage sind schon Zweifel enthalten. Berechtigte Zweifel, weil sie von Ihnen kommen.
Schritt 4
Bis jetzt war die Lebensführung so, dass das Ergebnis Alkoholismus ist, oder bald sein wird. Diese gilt es zu hinterfragen und zu überprüfen. Welche Kriterien, Werte, Zielsetzungen beinhaltet diese Lebensführung. Wie heißt das Ziel?
Der Lebensweg, den wir vorschlagen
Inventur = Feststellen des Ist-Zustandes (Jellinek) roter Pfeil
Lösen vom Alkohol
Entgiften im Krankenhaus
Gesundungsphase (Jellinek) grüner Pfeil
Gruppenbesuche
Fachklinik
Danach unbedingt Nachsorgegruppe, um das bisher Erworbene zu festigen.
Die Summe dieser einzelnen Schritte zeigt einen Lebensweg auf, der sich an der Realität orientiert. Einen tragfähigen Lebensweg